30.03.2017

Streuhaar früher und heute: Von Schafwoll-Puder zum Hightech-Produkt (Teil 2)

Von der Haarverdichtung mittels antiker Perücken oder Extensions aus Büffelhaar bis zum modernen Streuhaar war es ein langer Weg (siehe dazu Teil 1 unseres Blogbeitrages). Im Vergleich zu den teils kurios anmutenden historischen Methoden stellt Streuhaar heute die einfachste und gleichzeitig modernste Lösung zur Haarverdichtung dar. Den Unterschied zwischen dem puderartigen Schütthaar früherer Generationen und hochmodernen Streuhaar-Fasern mit elektrostatischem Effekt schauen wir uns heute genauer an.

Schütthaar der ersten Generation

Obwohl noch immer weit verbreitet, haben Schütthaar-Produkte der ersten Generation nur wenig mit modernem Streuhaar gemeinsam. Ob auf dem heimischen Sofa oder auf Kissenbezügen: Die Produkte färbten oft ab und lösten sich draussen bereits bei leichtem Wind wieder aus der Frisur, sodass der verdichtende Effekt nur von kurzer Dauer war. Dies kam daher, dass viele Produkte aus Schafwolle bestanden, die statisch vom menschlichen Haar abgestossen wird.

Durch diesen Umstand mussten früher einige Produkte teils aufwendig angeklebt werden, um überhaupt zu halten. Anstatt die Haare zu verdichten, neigten sie eher dazu, die Kopfhaut lediglich zu verfärben und aufgrund des Klebeverfahrens dermatologisch zu reizen. Problematisch waren darüber hinaus Bleichmittel, künstliche Konservierungsstoffe und Füllmittel, die bei vielen dieser veralteten Produkte zum Einsatz kamen – diese haben zu Hautirritationen geführt oder Allergien begünstigt.

Streuhaar heute: Ein technologisches Spitzenprodukt

Modernes Streuhaar wird aus ausgewählten Rohmaterialien rein pflanzlichen Ursprungs hergestellt, die dem strukturellen Aufbau des menschlichen Haares ähnlich sind. Der Hauptbestandteil moderner Spitzenprodukte ist Mikrokristalline Cellulose, ein Pflanzenextrakt, der auch als Ballaststoff in der Lebensmittelherstellung verwendet wird. Durch ein hochtechnologisches Verfahren werden diese Cellulosefasern elektrostatisch aufgeladen, sodass sie sich wie Tausende kleine Magnete an das vorhandene Resthaar heften.

Die Frisur wird nachhaltig verdichtet, ohne dass das Ergebnis „nachgeholfen“ erscheint. Ein Fixieren mit Haarspray oder gar ein Kleben ist nicht mehr erforderlich. Der Clou: Moderne Spitzenprodukte der neuesten Generation sind vollständig farbecht – somit färben diese nicht auf Textilien ab – und halten durch eine optimierte Elektrostatik sogar Schweiss, Wind und Wetter stand.