24.06.2017

Spotlight Make-up: Was brauche ich wirklich, um gut auszusehen?

Wenig oder viel? Teuer oder billig? Welche Marke? Welche Basis? Die Frage nach dem richtigen Make-up ist eine Frage, die schwer pauschal zu beantworten ist. Im Dschungel der Produktangebote ist Frau oft eher verwirrt als erleuchtet. Heute sprechen wir mit dem Berliner Maskenbildner Oliver Hildebrandt darüber, was Frau steht, worauf bei der Produktwahl zu achten ist und ob gutes Make-up immer teuer sein muss.

Oliver Hildebrandt ist Maskenbildner, Make-up-Trainer, Permanent-Make-up-Artist und Inhaber einer eigenen Make-up-Linie (www.bmanow.de). Seit über 10 Jahren entwickelt er Make-up-Konzepte und setzt diese in fantasie- und anspruchsvolle Show- und Beauty-Make-ups um. Im Berliner Friedrichstadtpalast arbeitete er unter anderem an den Shows „The One“ (Kostüme von Jean Paul Gaultier) und „The Wyld“ von Terry Mugler mit.

Zudem ist Oliver Chefmaskenbildner in der Berliner „Bar jeder Vernunft“ und dem „Tippi am Kanzleramt und betreut dort Erfolgsshows wie beispielsweise „Frau Luna“ oder “La Cage aux folles“. Als freiberuflicher Make-up-Artist wird er regelmässig von nationalen Promis gebucht. In der Vergangenheit war er unter anderem Make-up-Trainer bei Calvin Kleinund bereiste für diese Marke das In- und Ausland. Seine Spezialgebiete: Beauty Make-up für Bühne, Fotoshootings und Events.

Viel oder wenig Make-up: Was steht einer Frau besser?

Das kommt natürlich ganz auf die Frau an. Einer sportlichen Frau steht wenig Make-up ganz klar besser als einer Frau, die einen eleganten Look bevorzugt. Wissen Sie, Make-up ist letztendlich nichts anderes als Mode für die Haut – ein Accessoire, das sich an dem jeweiligen Typ und aktuellen Trends orientiert. 

Wichtig ist es, die richtige Balance zwischen Make-up und dem eigenen Charakter zu finden – eine Balance, die zu einem passt und den eigenen Typ unterstützt. Make-up ist nicht dafür da, aus sich etwas zu machen, was man nicht ist. Wenn Sie sich unsicher sind, was Ihr Typ ist, lassen Sie sich professionell beraten. Eine professionelle Meinung von außen wird Ihnen helfen, Ihren Make-up-Stil typgerecht zu bestimmen. 

Worauf sollte ich bei der Produktwahl achten?

Achten Sie darauf, dass Ihr Make-up sich mit Ihren Pflegeprodukten und Ihrem Hauttyp verträgt. Haben Sie beispielsweise eine trockene Haut, sollten Sie auf kompakte Make-up-Produkte verzichten und eher flüssiges Make-up nutzen, das Feuchtigkeit spendet. Haben Sie eine fettige bzw. ölige Haut, ist Ihnen geraten, beispielsweise ein gepresstes Puder zu nutzen, um eine gute Grundlage zu schaffen. Ebenso:Nutzen Sie eine feuchtigkeitsspendende Pflege, ist es wahrscheinlich, dass diese sich nicht mit ölhaltigen Make-up-Produkten verträgt, da Öl und Wasser sich abstossen.Letztendlich müssen Ihre Produkte zu Ihnen passen, gut miteinander harmonieren und den gewünschten Effekt erzielen. 

Ein guter Tipp: Produkte, die Sie täglich oder regelmässig benutzen, wie beispielsweise eine Foundation oder eine Make-up-Basis, sollten hochwertig sein. Mit hochwertig meine ich qualitativ hochwertige Inhaltsstoffe. Ihre Haut ist ein wichtiges Organ, deshalb ist es ratsam, dass Produkte, die viel auf die Haut kommen, mit Ihrer Haut perfekt matchen. Natürlich sind diese Produkte dann auch mal preisintensiver, aber diese beinhalten meist auch qualitativ hochwertige Inhaltsstoffe.

Beim Thema Produktwahl empfehle ich ebenfalls eine professionelle Beratung im Fachhandel. Nicht jedes Produkt sieht an jeder Frau gleich gut aus. Pauschale Make-up-Empfehlungen machen wenig Sinn. Individualität ist der richtige Ansatz bei der Produktwahl – hierbei kann Sie geschultes Fachpersonal am besten beraten.

Ist teures Make-up besser als die preisgünstigen Alternativen?

Es muss nicht immer alles teuer sein. Wo man jedoch etwas mehr investieren sollte, sind die Produkte, die viel benutzt werden. Dort sollten Sie nicht sparen. Wie gesagt: Grundsätzlich enthalten teurere Make-up-Produkte hochwertigere Inhaltsstoffe und Sie tun Ihrer Haut einen Gefallen, wenn Sie sich für ein solches Produkt bei täglicher Anwendung entscheiden. 

Produkte, die Sie sporadisch benutzen, wie beispielsweise mal einen pinken Lippenstift für ein bis zwei Events im Jahr, können auch preisgünstiger sein. Da muss es nicht gleich Chanel oder Yves Saint Laurent sein. Kurz gesagt: Was Sie viel benutzen, darf teuer sein. Was Sie nur punktuell benutzen, darf auch mal weniger kosten. 

Gibt es eine Art „Grundregel“ für das perfekte Make-up?

Bleiben Sie bei dem, was Sie können. Dann kann auch nix schief gehen. Arbeiten Sie Ihr Können lieber perfekt aus, anstatt ständig neue Sachen zu probieren. Folgen Sie nicht irgendwelchen YouTube-Make-up-Tutorials, nur weil der Look gerade Trend ist. Wenn der Look nicht zu Ihrem Typ passt und Sie selbst vielleicht sogar Schwierigkeiten haben, diesen zu schminken, wird es letztendlich nicht gut aussehen. Ein Trend ist nicht gleich der perfekte Look für jede Frau.

Nehmen wir als Beispiel Kim Kardashian. Ihr Make-up ist immer für die Kamera und nicht für das Tageslicht kreiert. Ein Nude-Look bei Ihr bedeutet im Hintergrund etliche Schichten Make-up, da Kamera und Licht viel schlucken. Dieses Make-up wird 1:1 bei Ihnen im Tageslicht alles andere als vorteilhaft sein. Kommen wir gleich zu einer weiteren Regel: Schminken Sie Tageslicht-Make-up im Tageslicht und Abend-Make-up im Kunstlicht. So erzielen den perfekten Look. 

Ausserdem: Betonen Sie die Dinge an Ihnen, die Sie schön finden und arbeiten Sie weniger daran, die Dinge, die Sie nicht schön nicht finden, wegzuschminken. Durch diese Methodik treten weniger schöne Dinge automatisch in den Hintergrund.

Viele unserer Leserinnen sind sportlich aktiv. Haben Sie einen Tipp für bessere Haltbarkeit von Make-up unter körperlicher Anstrengung?

Achten Sie explizit darauf, wasserfeste Produkte zu verwenden (z. B. Mascara, Permanent-Stift, Kajalstift). Weiterhin ist es von Vorteil, eine leichtgetönte Make-up-Cream, eine sogenannte BB oder CC Cream, zu nutzen anstatt reines Make-up. Diese lässt Sie geschminkt aussehen, verwischt jedoch nicht so schnell, wenn Sie schwitzen. Eine echte Alternative ist und bleibt ein Permanent Make-up, das in die Haut einpigmentiert wird. Dieses kann nie verwischen und ist somit ein „waschechter“ Tipp für sportlich aktive Leute.

Im Teil 2 unserer Serie „Spotlight Make-up“ sprechen wir in der kommenden Woche mit Oliver Hildebrandt detailliert über das Thema Permanent Make-up, dessen Vorteile und was Sie finanziell einplanen müssen. Wir freuen uns, wenn Sie wieder dabei sind. Bis dahin wünschen wir Ihnen eine schöne Woche!

Link: Oliver Hildebrandt bei Instagram